Oversigt Jevenstedt:

Syd for Jevenstedt – dokumenteret i 1190 som „Giuenstide“ eller „Givenstede“ – og krydsningen af ​​Jeveåen ligger det vigtigste vejdeling i regionen. Siden forhistorisk tid delte den gamle vej, senere kendt som „Ochsenweg“ (Oksevej), sig her i en vestlig og en østlig rute, der mødes igen i Uetersen ved kanten af ​​Elbens marsklandskab.

Jevenstedt-vejdelingen er også bevaret i det moderne transportnetværk. Det blev kortlagt så tidligt som i 1650 og igen mellem 1789 og 1796, og det blev indarbejdet i anlæggelsen af ​​de første stenbelagte veje fra midten af ​​det 19. århundrede og fremefter, som holdt fast i den traditionelle rute.

Begge ruter blev i varierende grad foretrukket over tid. Mens de store, navngivne forårskvægdrev med magre okser primært førte østpå gennem (Bad) Bramstedt, var den vestlige rute til Itzehoe efterårsmarked forbeholdt handel med slagteklare kvæg. En rejsebeskrivelse fra det 12. århundrede anbefalede også ruten via Itzehoe til skandinaviske pilgrimme på vej til de kristne hellige steder Rom, Jerusalem og Santiago de Compostela. Brugen som „militærrute“ påvirkede sandsynligvis begge ruter, som det var tilfældet i 1627 under Trediveårskrigen (1618-48), da den tyske kommandant Wallenstein rykkede frem med sin hær mod Rendsburg og brændte Jevenstedt.

Bortset fra de få perioder med krig, garanterede beliggenheden ved landets vigtigste gamle landevej en blomstrende økonomisk udvikling og kulturel udveksling.

Summary Jevenstedt:

South of Jevenstedt – mentioned in documents in 1190 as ‘Giuenstide’ or ‘Givenstede’ – and the crossing of the Jevenau river lies the most important historical roaddevision in the state of Schleswig-Holstein. Since prehistoric times, the old road later known as the ‘Ochsenweg’ (Ox Trail) has divided here into a western and an eastern route, which rejoin in Uetersen on the edge of the Elbe marshes.

The Jevenstedt road division is still noticeable in the transport network today. Already mapped in 1650 and 1789-96, it was adopted in the mid-19th century during the construction of the first paved roads, thus preserving its traditional location.

Both routes were favoured at different times. While the large and eponymous cattle tracks with lean oxen in spring led primarily eastwards via (Bad) Bramstedt, the western route to the Itzehoe autumn market was reserved more for the trade in cattle ready for slaughter. A 12th-century travel guide also recommended the route via Itzehoe to Scandinavian pilgrims on their way to the holy sites of Christianity in Rome, Jerusalem and Santiago de Compostela. Both routes were probably used as ‘military roads’, as was the case in 1627 during the Thirty Years‘ War (1618-48), when German military commander Wallenstein advanced on Rendsburg with his army and burned down Jevenstedt.

Apart from the few periods of war, the location on the most important old road in the country guaranteed prosperous economic development and cultural exchange.

Der Ochsenweg in Jevenstedt

Abb. Der Ochsenweg nördlich der Gem. Lürschau, Kr. SL-FL

Ortskarte Jevenstedt mit anzunehmenden Verläufen der Altwegetrassen und Wegeteilung südlich des Ortes am Hörnerplatz.

In Jevenstedt – 1190 erstmalig als „Gjievenstedt“ urkundlich erwähnt – liegt die kulturhistorisch bedeutendste Teilung der alten, „Ochsenweg“ genannten Fernwegetrasse des Landes. Sie wird bereits in Kartenwerken verzeichnet, die schon vor dem Bau moderner Straßen erstellt wurden, so in der Karte von J. Mejer (1652) und von G. A. v. Varendorf (1789-96). Zieht man ferner ab dem Hochmittelalter existierende schriftliche Quellen zu Rate, ist wohl anzunehmen, dass sich hier bereits in vorgeschichtlicher Zeit der Altweg in eine westliche und eine östliche Trasse geteilt haben wird.

Abb. Der Ochsenweg nördlich der Gem. Lürschau, Kr. SL-FL

Karte der Herzogtümer Schleswig und Holstein von Johannes Mejer aus der „Danckwerthschen Landesbeschreibung“ von 1652. Jevenstedt siehe roter Kreis.

„Topographisch militaerische Charte des Herzoghtums Holstein“ von Gustav Adolf von Varendorf im Zusammenschnitt der Einzelkarten 8, 9, 19 u. 20 (1789-1796) mit Jevenstedt im Zentrum. Erkennbare Verläufe der Altwegetrassen.

Unweit der alten Wegeteilung liegt der prominenteste archäologische Fund Jevenstedts, der Urnenfriedhof aus der Vorrömischen Eisenzeit um 500 v. Chr. mit 482 erschlossenen Bestattungen. Er ist sowohl untrügliches Zeichen einer ausgeprägten, in Zusammenhang mit der Gewinnung von Raseneisenerz aus den nahen Feuchtgebieten stehenden Besiedlung der Region, als auch für durch Wegegunst ermöglichte Fernbeziehungen. So erkennt man im archäologischen Fundgut neben den zeittypischen Metallformen (Gewandschließen und Gürtelbestandteile) Elemente wie farbig bemalte Keramikgefäße. In Form und Dekor dem zeitgleichen heimischen Töpferhandwerk fremd, belegen sie am Ort Kontakte zu mitteleuropäisch-süddeutschen und voralpinen Kulturen der Eisenzeit. Das Gros der Jevenstedter Urnengefäße umfasst aber lokale Zweckformen. Bis heute rankt sich um die Fundstelle eine Sage, die durch bei Feldarbeiten zu Tage gebrachte Gegenstände inspiriert sein könnte: „Die Unterirdischen“ sollen hier auf dem „Flöhnberg“ den Jevenstedtern bei Festlichkeiten Geschirr geliehen haben!

Bunt bemalte Gefäße (um 500 v. Chr.) des Jevenstedter Urnenfriedhofs der vorrömischen Eisenzeit (500 v. Chr. – 0) – o. M., Höhe re. Gefäß 33,5 cm.

Die Fundstelle (Luftbild) des vorgeschichtlichen Urnenfriedhofs in der Gemarkung Flöhnberg nördlich der Jevenau.

Die vor vielen Jahrhunderten vorgeprägte Verkehrssituation ist in und um Jevenstedt bis heute im Straßennetz erhalten geblieben. Von Norden aus zwangen ab den alten Eiderfurten bei Fockbek und Rendsburg Niederungen und Moore dem Altweg seine Trassen auf. Heute nicht mehr präzise aufspürbar, gab es hier zwei unterschiedliche Verläufe über Westerrönfeld und Rendsburg, die dann kurz vor Jevenstedt bei Bramkamp zusammenliefen, um sich am südlichen Ortsende nach der Querung der Jevenau wieder zu teilen: Die westliche Altwege-Trasse entspricht dann weitgehend dem Verlauf der Bundesstraße B77 bis Itzehoe und der Fortsetzung durch ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bis Uetersen ausgebauten Straßen. Die östliche Route ist durch den Lauf der ehemaligen Bundesstraße B205 – heute L328 – bis Neumünster, gefolgt von der historischen „Altona-Kieler Chaussee“ bis Bad Bramstedt beschrieben. Der weitere Weg „van Bramstede na Wedel“ wird zwar 1588 in einer historischen Karte – der „Pinneberger Landtafel“ – belegt, verliert sich dann aber heute im Bereich der ehemaligen Nützener Heide bis Uetersen zu Nebenstrecken.

Beide Routen wurden im Mittelalter gleichermaßen für Viehtriften – und damit im besten Sinne als „Ochsenwege“ – genutzt, aber durch die Zeiten unterschiedlich favorisiert. Zwar hatten Itzehoe und (Bad) Bramstedt gleichermaßen wichtige Ochsenmärkte, die im Frühjahr stattfindenden Triften mit Magerochsen führten aber überwiegend und wohl auch traditionell über die östliche Route. Ein sicheres Indiz hierfür sind die Zeiten der Markttage. Während man in (Bad) Bramstedt und Wedel im April Frühjahrsmärkte abhielt, um die Magerochsen entweder über Elbfähren weiter in Richtung der Niederlande zu verbringen oder in den Elbmarschen bis zum Herbst „fettzuweiden“, war der große Itzehoer Markttag am 16.10., ab dem 18. Jh. dann am 28.10 eines Jahres ein Verkaufsmarkt für schlachtreifes Vieh.

Als Pilgerweg von Nordjütland zu den angestrebten heiligen Stätten der Christenheit in Rom, Jerusalem und Santiago de Compostela gibt eine historische Quelle des 12. Jahrhunderts zumindest für skandinavische „Romfahrer“ eine regionale Wegeempfehlung über Schleswig, die Eider und Itzehoe. Wenngleich Jevenstedt darin noch keine Erwähnung findet, wird der Pilgerweg hier verlaufen sein.

Die Nutzung als Heerweg betraf durch die Zeiten beide Routen. Hiervon blieb auch Jevenstedt nicht verschont, als 1627 im „Dreißigjährigen Krieg“ (1618-48) der Feldherr Wallenstein auf Rendsburg vorrückte. Im Zuge der Kampfhandlungen wurde der Ort niedergebrannt und damit die Existenz vieler Bewohner vernichtet. Dieses exemplarisch vorgebrachte Ereignis darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der „Ochsenweg“ genannte alte Fernweg überwiegend Garant für kulturellen Austausch, Fortschritt und wirtschaftliche Entwicklung war. Hierfür ist Jevenstedt seit alters her ein treffliches Beispiel!

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