Summary Kropp:

„The Crooked Way“

Of the three ancient routes in the Harrislee area – namely the ‘Ochsenweg’ (Ox Trail), a road between Pattburg and Jarplund, and a ‘Thieves’ Track on the border with Handewitt – it is primarily the ‘Crooked Way’ leading from Bov (Dk) and Harrislee-Niehuus to Flensburg, that attracts historical attention. For in the Middle Ages it handled the bulk of long-distance traffic heading north, it is no coincidence that a tower-mound castle was built at the ford across the river Krusau at that time. Written sources (1350) mention it as ‘dat Nyghe Hus’, meaning „the new house“. Although destroyed as early as 1431 during fighting, it nevertheless gave its name to the small village of Niehuus and remained in the landscape as the “Schloßberg” (castle hill). Historical documents show that customs duties were paid here, among other things, for oxen driven to Flensburg.

Until around the mid-19th century, this crooked way retained its role as a transport route and on 9 April 1848, was the scene of fighting that went down in the history of the „Schleswig-Holstein Uprising“ (1848–50) as the “Battle of Bau (Dk: Bov)”. Since the construction of the Flensburg–Åbenrå chaussee and the demarcation of the border between Denmark and Germany in 1920, it fell completely out of use. Today, the “crooked way” in the Harrislee-Niehuus area forms part of the “Krusau-Tunneltal Landscape Conservation Area” with its extensive network of footpaths to the north and south of the “green borderline”.

Oversigt Krop

Den Krumme Vej

Blandt de tre nord-syd-gående historiske veje i Harreslev Kommune – herunder Hærvejen (Ochsenweg) mellem Padborg og Jarplund samt Tyvevejen på det fredede område Stiftungsland Schäferhaus – er det især Den Krumme Vej, der fører mod Flensborg, som har vakt historisk interesse.

I middelalderen foregik en stor del af langdistancetrafikken ad denne rute. Det var derfor ingen tilfældighed, at der blev opført en voldbanke ved vadestedet ved Kruså. I gamle dokumenter omtales anlægget allerede i 1350 som „dat Nyghe Hus“. Selvom det blev ødelagt under kamphandlinger i 1431, har det givet navn til Harreslev-bydelen Nyhus, og den nærliggende gade Slotsbakke (Schloßberg) minder fortsat om den tidligere borg. Arkivmateriale tyder desuden på, at okser på vej til Flensborg blev toldklareret her.

Frem til omkring midten af 1800-tallet bevarede Den Krumme Vej sin betydning som færdselsåre. Den 9. april 1848 blev vejen igen skueplads for kamphandlinger i forbindelse med Slaget ved Bov, som indledte det slesvig-holstenske oprør (1848–1850). Efter anlæggelsen af landevejen mellem Flensborg og Aabenraa i 1848 mistede Den Krumme Vej gradvist sin trafikale betydning, og med grænsedragningen i 1920 ophørte dens funktion helt.

I dag udgør Den Krumme Vej i området Harreslev–Nyhus en del af det fredede Krusådalen, hvor den indgår i et vidtforgrenet net af vandrestier på begge sider af den grønne grænse.

Der Ochsenweg

in Harrislee-Niehuus
und „der Krumme Weg“

Abb.1. „Der Krumme Weg“, Ochsenweg und Diebsweg in Harrislee im heutigen Straßennetz.

Harrislee wird 1352 erstmalig im Domkapitel zu Schleswig als „Haringslof“ erwähnt. Mit den Ortsteilen Niehuus und Wassersleben liegt es nördlich von Flensburg heute unmittelbar an der deutsch-dänischen Grenze. Als Ort des einstigen Herzogtums Schleswig war es von jeher durch seine Lage am Nord-Süd – gerichteten Fernwege-System des Landes geprägt, das sich nördlich der Grenze zu drei Trassen (Abb. 1) aufspaltete. Während zwei die Stadt Flensburg im Westen weiträumig umgingen – die bis heute den Straßennamen „Ochsenweg“ tragende und ein im „Stiftungsland Schäferhaus“ erhaltener „Deepswech“ (dän. Tyvevej), i.e. Diebsweg –, führte der „Der Krumme Weg“ östlich davon über Niehuus nach Flensburg (Abb. 2). 

Abb.2. „Den Krumme vej“ („Der Krumme Weg“) als Wegweiser in Bov (DK).

Abb.3. Karte der „Danckwerthschen Landesbeschreibung“ (1652) mit Wegeverlauf („Der Krumme Weg“) von Bov (siehe „Baw“) nach Flensburg und „Ochsenweg“ über Harrislee (siehe Harreßle).

Sein einstiger Verlauf wird bereits 1649 von J. Mejer in der „Danckwerthschen Landesbeschreibung“ (1652) über „Baw“ (Bov, DK), „Nyehus“ (Niehuus, D) und „Kluß“ – heutiger Flensburger OT Klues – bis zum nördlichen Flensburger Stadtrand kartiert (Abb. 3). 1804/05 erfolgt mit der Karte von H. du Plat (Abb. 4) noch eine Präzisierung. Damit kann „Der Krumme Weg“ heute in den Straßenzügen Rønsdamvej, Schloßberg, Niehuuser Straße, Bau`er Landstraße bis in die Flensburger Neustadt mit dem Flensburger Nordertor nachvollzogen werden.

Abb.4. Karte von H. du Plat (1804/05) mit verbesserter Wegeübersicht.

Dieser „Krumme Weg“ hat in der Niehuuser Ortsgeschichte diverse Spuren hinterlassen. So war dort, wo er im „Niehuuser Tunneltal“ den Bach „Krusau“ quert, im Mittelalter eine sogenannte Turmhügelburg errichtet worden (Abb. 5). Ihre Ruine zeichnet sich hier nördlich der heutigen Brücke immer noch im Gelände ab (Abb. 6). Schriftliche Überlieferungen erwähnen diese um 1350 zum vorgelagerten Schutz von Flensburg gebaute Bastion als „dat Nyghe Hus“ (dtsch.: das neue Haus). Sie wurde damit Namensgeberin des Ortes Niehuus. 1409-1431 musste an der Burg, die als „Schloßberg“ überliefert ist, Wegezoll u.a. für damals noch über Flensburg ziehende Ochsentriften entrichtet werden. Landesherrliche Streitigkeiten führten aber schon 1431 zum Abriss des Gebäudes. Zurück blieb eine ca. 55 m x 28 m x 2 m messende, im Weideland liegende Geländekuppe, auf der durch Viehvertritt immer wieder Ziegelbrocken zum Vorschein kommen.

Abb.5. Phantasievolles Modell der Burg Niehuus, gefertigt von Harm Paulsen (Schleswig), experimenteller Archäologe.

Abb.6. Weidefläche am Schlossberg, im Hintergrund Reste des einstigen Burghügels.

Auch nach der Zerstörung der Burg blieb der „Krumme Weg“ in Nutzung. Hierfür sprechen sowohl unmittelbar nördlich und südlich der Grenze entdeckte alte Kopfsteinpflasterungen (Abb. 7) als auch „Wegepflichtsteine“ (Abb. 8). Die Datierung ins 17. Jahrhundert des genannten, auf gut 20 m Länge von dänischen Archäologen freigelegten Pflasters bezieht sich auf einen 1623 verfassten Reisebericht, der zwischen den Orten Rise bei Rødekro und Flensburg auf bereits befestigte Wegestücke hinweist. Gestützt werden könnte diese Annahme durch die dokumentierten „wegeplichtigen“ Orte „Handewit“ (heute Handewitt) und „Gottropeel“ (heute Gottrupel), deren Nennung als für den Erhalt des Weges Verantwortliche auch ein Zeitdokument für dessen Bedeutung darstellt. Südlich der Grenze wurde dann 2001 noch auf mehr als 100 m Länge ein Belag aus kopfgroßen Rollsteinen entdeckt, der allerdings nicht in vergleichbarer Sorgfalt wie die nur wenige Meter weiter nördlich entdeckte Pflasterung ausgeführt worden war. Eine Erklärung hierfür könnte sein, dass beide Abschnitte unterschiedlichen „Wegepflicht-Orten“ zugeteilt waren, deren Arbeitsqualität dann doch voneinander abwich.

Abb.7. Archäologisch erforschter Ausschnitt einer Kopfsteinpflasterung vermutlich des 17. Jahrhunderts nördlich der Grenze.

Abb.8. „Wegepflichtstein Handewit“ unweit der Kopfsteinpflasterung.

Ein weiterer bedeutender Aspekt des „Krummen Weges“ ist, dass er wohl seit dem Mittelalter und bis zur 1920 erfolgen Grenzziehung zwischen Deutschland und Dänemark den Einwohner*Innen von Niehuus zum Kirchgang in das benachbarte „Bau“ mit seiner romanischen Feldsteinkirche diente. Darüber hinaus wurde der alte Weg auch Zeuge der deutsch-dänischen kriegerischen Ereignisse der Jahre 1848-50. Denn am 9. April 1848 kam es zwischen Bau und Niehuus zu den ersten größeren Kampfhandlungen der „Schleswig-Holsteiner Erhebung“, indem die Schleswig-Holsteiner Streitmacht und Freischärler auf ihrem Vormarsch nach Norden von der Armee des Königreichs Dänemark gestoppt wurden. Nördlich der Grenze in „Bov“ erinnert ein 1923 errichteter Gedenkstein an den dänischen Sieg (Abb. 9 u. 10).

Abb.9. Gedenkstein zum 09.April 1848 in Bov (DK).

Abb.10. „Die Schlacht von Bau“, Karte aus „Moltkes militärische Werke, Bd. 3, 1. Teil“, Berlin 1893.

Nach dem um 1848 erfolgten Ausbau der Chaussee Flensburg-Apenrade verlor der „Krumme Weg“ für das Verkehrsnetz der Region allmählich an Bedeutung. Mit der 1920 per Volksabstimmung erreichten Grenzziehung zwischen Dänemark und Deutschland geriet er dann vollends ins Abseits, verblieb aber angesichts seiner Geschichte(n) im kulturellen Gedächtnis der Region. Die 2001 zwischen Deutschland und Dänemark erfolgte Inkraftsetzung des Schengener Abkommens und damit verbundener Wegfall von Grenzkontrollen verhalf ihm dann zu einer Renaissance als über die „Grüne Grenze“ führender Erinnerungsroute, die sich im Netz grenzüberschreitender Wanderwege zunehmender Beliebtheit erfreut.

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