Oversigt Krop

Hærvejen i kommunen Krop, Slesvig-Flensborg Amt

I Krop, der i 1285 nævnes i dokumenter som »Croop«, er Hærvejen blevet husket takket være det berømte ordsprog »Du büs` Kropper Busch noch ni vörbi« (Du er endnu ikke kommet forbi ødemarken ved landsbyen Krop). I dag forstås det hovedsageligt som en advarsel mod de røverbander, der gjorde området usikkert. Forskere henviser dog snarere til de dårlige vejforhold, der dengang herskede i det tidligere øde område øst for landsbyen. Derfor var det en reel udfordring for vognmændene at krydse dette landområde uden at beskadige deres hestespand og tunge pakvogne.

Det er ikke tilfældigt, at dette ordsprog pryder en nærliggende restaurant, der henviser til en historisk kro et par hundrede meter længere mod øst på Hærvej. Kroer var tidligere vigtige rastepladser for rejsende, da de her ud over mad og indkvartering også kunne få hjælp af alle slags.

Den fredede Hærvej i »Kropper Busch« (Krop ødemarken) fremstår trods skovrejsningen i udkanten stadig som en førmoderne gammel vej. Ved arkæologiske udgravninger i det nærliggende erhvervsområde (2023/24) blev der endda fundet spor af vejen, der går tilbage til det tidlige første årtusinde f.Kr.! Dermed lykkedes det også at finde spektakulære beviser for den forhistoriske vej i regionen omkring den »Slesvigske pass« med Danevirken.

Summary Kropp:

The Ox-Trail in the municipality of Kropp, Schleswig-Flensburg district

In Kropp, in ancient documents (1285) mentioned as ‘Croop’, the “Ochsenweg” (Cattle Trail) has remained firmly in people’s memories thanks to the saying ‘Du büs‘ Kropper Busch noch ni vörbi’ (You haven’t yet passed Kropp’s barren stretch). Today, these words are mainly understood as a warning about the gangs of robbers who used to roam the area. But according to the interpretation of historians it refers more to the poor road conditions that prevailed in the former wasteland east of Kropp a real challenge for carters with horse-drawn carriages and heavy pack wagons.

It is no coincidence that this phrase adorns a nearby inn, which can trace its origins back to a historic tavern a few hundred metres further east on the ancient Cattle Trail. Taverns and inns in general once were important resting places for all kinds of travellers, as they provided not only food and accommodation but also assistance such as horse-drawn transport or repairs to broken wheels.

Despite reforestation along its edges, the „Ochsenweg“ (Cattle Trail), which is a listed monument in Kropp, still offers a glimpse of a pre-modern old road. During archaeological excavations in the nearby industrial estate (2023/24), even traces of paths dating back to the 8th and 9th centuries B.C. were discovered! It provided spectacular evidence of the prehistoric path even for the area of the Schleswig Isthmus with its defence structure Danevirke.

Der Ochsenweg

in Kropp

Der Ochsenweg zwischen Kropp und Sorgbrück östlich von Kropp und heutiges Straßennetz

Ortswappen der Gemeinde Kropp

In Kropp und Umgebung hat sich der „Ochsenweg“ tief in das kollektive Gedächtnis hier lebender Menschen eingegraben. Nicht zufällig ziert „ein frontal gestellter roter Ochsenkopf“ – so die heraldisch festgelegte Beschreibung – das Wappen des 1285 erstmalig als „Croop“ erwähnten Ortes. Über Generationen wird ferner der Ausspruch „Du büs` Kropper Busch noch ni vörbi“ bewahrt, der u.a. heute als Schriftzug die wenige hundert Meter südlich der Hörnerskulptur liegende Gastwirtschaft „Kropperbusch“ schmückt. Sie wurde jedoch erst mit dem Bau der Chaussee Schleswig-Rendsburg – der späteren B77 – in den 1830iger Jahren an ihren Standort verlegt und befand sich vorher unmittelbar an der historischen Trasse. Der „Kropper Busch“ war Teil des einstigen Ödlandes, das sich von südlich der Schleswiger Landenge mit dem Danewerk bis kurz vor die Eiderniederung bei Rendsburg hinzog. Ausgedehnte Sander und Heideflächen ermöglichten früher bestenfalls ein karges, auf Schafhaltung ausgerichtetes Leben. Der heute in vielen Bereichen aufgeforstete Wald entspricht also keineswegs dem historischen Bild der Region.

Gasthof Kropperbusch (alte Postkarte o.J.)

Gasthof Kropper Busch (um 1995)

In Sagen und Geschichten hatte sich mit Bezug auf den eingangs zitierten, zu einem geflügelten Wort der Region gewordenen Ausspruch die Mär verfestigt, dass sich hier am Ochsenweg früher Räuberbanden und „lichtscheues Gesindel“ herumgetrieben hätten. Doch ist nur ein einziger Überfall aktenkundig geworden: 1665 wurde „im Kropper Busch“ die staatliche Fahrende Post überfallen und ausgeraubt. Man darf damit wohl bezweifeln, dass jenes Zitat als ständige Warnung vor Raubüberfällen verstanden werden muss, wie meistens angenommen. Es bezieht sich wohl eher auf den seinerzeit im Kropper Ödland angetroffenen schlechten Wegezustand, der für Gespanne mit schweren Packwagen eine echte Herausforderung dargestellte. Besonders schwierig dürfte die Passage im Frühjahr gewesen sein, wenn tausende Ochsen über diesen Weg zu den Märkten in Bramstedt und Wedel aufgetrieben wurden. Fuhrleute fürchteten diesen Streckenabschnitt, und man drückte mit dem betreffenden Satz dann aus, dass es vor der Durchquerung dieser schwierigen Passage noch keinen Grund gab, sich auf eine bequeme Rast in Schleswig oder Rendsburg zu freuen. Nicht zufällig reihten sich im „Kropper Busch“ auf ca. 7 Kilometern, entsprechend einer Landmeile, nicht weniger als vier Ochsenwegkrüge. Denn hatte sich ein Fuhrwerk in dem lockeren, sandigen Boden festgefahren, musste man in diesen Krügen Hilfe holen, von Vorspannarbeit bis hin zur Reparatur gebrochener Räder – was sicher nicht kostenfrei geschah!

Der „Ochsenweg“ im „Kropper Busch“ um 1950

Der „Ochsenweg“ im „Kropper Busch“ um 2005

Sommerliche Impressionen vom „Ochsenweg“ 

Herbst- und Winter-Impressionen vom „Ochsenweg“

Der Wegeabschnitt von der Kropper Hörnerskulptur bis zum Fluss Sorge mit der Ansiedlung Sorgbrück vermittelt landesweit den ursprünglichen Charakter eines Hauptverkehrsweges, wie er seit vorgeschichtlichen Zeiten bis zu Beginn des 19. Jh. ausgesehen haben mag. Und in der Tat lieferten 2023/24 archäologische Ausgrabungen im nördlichen Kropper Gewerbegebiet Nachweise einer Siedlung der Völkerwanderungszeit (375 – 550 n. Chr.) um 400 n. Chr., im Zuge derer neben zeittypischen Siedlungsfunden ferner von einem Gebäude des erkannten Dorfes eindeutige Wegespuren überlagert wurden, die aufgrund einer Radiokarbondatierung (C14-Methode) in die Zeit um 800-900 v. Chr. weisen. Sie bereichern zwischen „Kropper Busch“ und dem „Ochsenlager“ – so der Gemarkungsname des nahen Fliegerhorstes Jagel – in Richtung Dannewerk nicht nur die Kenntnis des Altwegeverlaufes in beträchtlichem Maße, sondern bestätigen auch das bereits aus dem parallelen Verlauf der perlschnurartigen Reihung bronzezeitlicher Grabhügel im Bereich der Schleswiger Landenge erschlossene, über 3000jährige Alter des Weges.

Damit gewährt der „Ochsenweg“ im Gebiet der Gemeinde Kropp mit seinen nachgewiesenen und noch erhaltenen, denkmalsgeschützten Altwegetrassen echte Einblicke in das vorgeschichtliche und historische Fernverkehrswesen. Die Schleswiger Landenge zwischen Ostseefjord Schlei und dem Treene-Fluss zwang den Altweg in eine Passlage, die damals den einzigen landseitigen Zugang zwischen Mittel- und Nordeuropa darstellte. Nicht zufällig wurde damit der Verlauf aktueller Verkehrswege wie B77 (ehem. Chaussee Schleswig-Rendsburg), Eisenbahntrasse und Autobahn A7 durch den „Ochsenweg“ vorgeprägt.

a. Die Lage der Grabungsfläche auf der Flur „Hufenausbau“ im Norden der Gemeinde Kropp

b. Der Grabungsplan mit 12 Gehöften, Sondergebäuden, Grubenhäusern und Brunnen

(Grafik: A. Maaß, ALSH). Fig.)

Luftbild der vorgeschichtlichen Wege- und Fahrspuren von der amtlichen arch. Ausgrabung der Jahre 2023/24. Blickrichtung nach Süd-Südost. (© Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH))

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