Rendsburg – eine Stadtwerdung als Wegegeschichte
Die Bedeutung des „Ochsenweges“ für Rendsburg ging aber weit über die des Viehtriftweges hinaus. War dieser im Sinne einer Magistrale auch Handelsweg, mittelalterlicher Pilgerweg und Reiseweg, zeichnete sich für die Stadt mit der Bezeichnung „Heerweg“ in besonderem Maße die strategische Bedeutung des Altweges ab. So verwundert es nicht, dass am sagenumwobenen Beginn der Rendsburger Geschichte ein militärisches Ereignis stand: Auf den Eiderinseln an der Herrschaftsgrenze von Holsteiner Sachsen im Süden und Schleswiger Angeln im Norden soll in grauer Vorzeit ein kriegsentscheidender Kampf zwischen dem Angelner Königssohn Offa und zwei sächsischen Königssöhnen um die Herrschaft über das Gebiet nördlich der Eider stattgefunden haben. Vor den Augen der an beiden Ufern versammelten Streitkräfte entschied Offa den Kampf zu Gunsten der Angelner. Sagenhaft begründet, findet sich so eine historische Verbrämung, die im Kern beiläufig auf einen wegebedingten Standortvorteil hinweist, denn die beschriebene Kampfesstätte könnte nur der Bereich der Rendsburger Eiderinseln gewesen sein!
